Kündigung während der Zinsbindung

image64

Wann darf ein Baudarlehen gekündigt werden?

Sie wohnen bereits seit ein paar Jahren im Haus und werden plötzlich arbeitslos oder müssen wegen Ihrer Arbeit umziehen. Die Immobilie möchten Sie nicht weitervermieten und entscheiden sich für den Verkauf. Eine reguläre Kündigung ist erst zehn Jahre nach vollständiger Darlehensauszahlung möglich.


Muss der Kredit dennoch vor dieser Zeit abgelöst werden, gibt es zwei Gründe, in denen eine vorzeitige Kündigung nach dem Gesetz nicht verweigert werden kann:


  1. Bei einem Hausverkauf darf die Bank eine Kündigung nicht verweigern, denn ohne Immobilie kann das Darlehen nicht mehr grundpfandrechtlich gesichert werden.
  2. Die Bank darf eine Kündigung nicht verweigern, wenn sie den Wunsch auf eine Erhöhung der Kreditsumme trotz triftigem Grund abgelehnt hat und Sie deshalb ein Darlehen bei einer anderen Bank aufnehmen müssen. Als wichtige Argumente für eine Darlehenserhöhung gelten beispielsweise, wenn Sie einen Anbau oder eine Modernisierung Ihrer Immobilie finanzieren möchten.


Möchten Sie Ihren Immobilienkredit umschulden, weil Ihnen ein andere Bank einen günstigeren Zinssatz anbietet, kann die Bank Ihre Kündigung ablehnen. Auch wenn Sie im Falle einer unverhofften Erbschaft Ihr Darlehen vorzeitig tilgen möchten, sind Sie auf die Kulanz Ihrer Bank angewiesen. Stimmt sie einer Kündigung innerhalb der Zinsbindungsfrist zu, müssen Sie nicht nur den noch offenen Restbetrag Ihres Darlehens zurückzahlen, sondern zusätzlich noch eine Vorfälligkeitsentschädigung, die den Zinsschaden ausgleichen soll.